Testimonials

Bernhard Emunds

Prof. für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie, St. Georgen

„Bei Sorgearbeit geht es darum, Leben und vor allem gutes Leben zu ermöglichen, Not abzuwenden und Einschränkungen zu kompensieren. Und es werden Gelegenheiten geschaffen zu Freude und Genuss, zu Kunst und Bildung, zu Kommunikation und Kontemplation. Sorgearbeit ist ein essentieller Teil der Wirtschaft; sie ist auch dann, wenn sie nicht bezahlt wird, Wert-Schöpfung.  Ohne – auch unentgeltlich erbrachte – Sorgearbeit würde Erwerbsarbeit nicht dauerhaft zur Verfügung stehen. Insofern ist sie eine unverzichtbare Grundlage der Geldwirtschaft. In monetären Größen ausgedrückte Wertschöpfung könnte es ohne die Wert-Schöpfung durch Sorgearbeit gar nicht geben.“

Sonja Mohr

Kommunikationsdesignerin, Mainz

„Die Forderung von Wirtschaft ist Care ist simpel. Trotzdem hinterfragt sie so ziemlich alles, was wir kennen. Sie fordert uns auf, uns von alten Denkmustern zu lösen und macht uns aufmerksam auf das, was wirklich zählt. 
Unsere heutige Wirtschaft setzt bei der Wunscherfüllung für die einen an und lässt dabei ein geschütztes Leben für alle aus.

Wirtschaft ist Care erinnert uns daran, welches Wachstum wirklich wichtig ist.“

Brigitta Soraperra

Regisseurin, Kulturarbeiterin, Projekthebamme, Feldkirch (Österreich)

„Es begeistert mich, Wirtschaft so zu denken und zu definieren, dass sie eine visionäre Kraft entwickelt. Denn wenn Wirtschaft (wieder) Care wird, also die Bedürfnisse der Menschen im Zentrum stehen und nicht die Gewinnmaximierung einzelner Konzerne, wenn wir füreinander Sorge tragen und für unsere Umwelt, dann habe ich wieder Hoffnung für die Welt. Dann werden wir gemeinsam auch die großen Herausforderungen unserer Zeit lösen können – oder es zumindest effektiver versuchen – und dadurch vielleicht auch Wunder möglich machen.“

Sonja Bastin

Dr., Soziologin, Uni Bremen, Vertreterin der Initiative Equal Care Day und carat – caring all together

„Sorgeleistende leiden unter dem aktuellen Rentabilitätsdruck. Er bringt sie in finanzielle und zeitliche Armut, schafft mentale wie physische Überlastung und sorgt für Fachkräftemangel in diesem Bereich genauso wie für unterversorgte Kinder, Kranke, Alte. Nachhaltiger gestalten wir das System nur, indem wir Fürsorge als gemeinsame Aufgabe begreifen, ein caring all together anstreben und Ressourcen, Arbeit und Mitsprache ausgewogener verteilen.“

Walter Ötsch

Prof. für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Cusanus-Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz

„Die Care-Ökonomie legt die Basis für die Gesellschaft. Ohne die Sorge für die Jungen, für die Schwachen und für die Alten ist ein sozialer Zusammenhalt nicht möglich. Wir brauchen neue Formen von Wertschätzung, Organisation und Bezahlung für diesen Bereich.“

Hansruedi Weber

Pensionierter Aargauer Volksschullehrer, Initiant der 2018 abgelehnten Vollgeld-Volksinitiative in der Schweiz

Unsere Wirtschaft ist auf naturale, soziale und mentale Gaben angewiesen, die sie nicht selber herstellen, aber ohne die sie gar nicht produzieren kann.
WiC macht auf die Unabdingbarkeit dieser Gaben aufmerksam und fordert eine ökonomische Neuorientierung, die solche Gaben berücksichtigt, fair bewertet und honoriert.“

Sr. Josée Ngalula

Theologin (Dr.theol.), Kinshasa, Demokratische Republik Kongo

„Die Initiative Economy is Care erinnert an das, was in Afrika Ubuntu heißt: Als Menschen sind wir wie die Zellen eines Körpers miteinander verbunden. Niemand kann sich wohlfühlen, solange andere leiden. Die kapitalistische Ökonomie baut auf Profit und auf Ausbeutung der Armen. Wirtschaft muss aber menschlich sein, Solidarität weben, Menschen zusammenhalten, damit sie einander unterstützen und gemeinsam glücklich werden.“

Achim Truger

Prof. für Sozioökonomie an der Universität Duisburg-Essen und deutscher Sachverständigenrat Wirtschaft

„Die Care-Arbeit ist für die Wirtschaft absolut grundlegend. Ohne Kindererziehung, Haushaltsarbeit, Gesundheitsversorgung könnte es überhaupt keine Menschen und keine Wirtschaft geben. Das bedeutet auch für die Volkswirtschaftslehre ein grundsätzliches Nachdenken über ihren Wohlstandsbegriff.“

Elisabeth Joris

Historikerin, Zürich/CH

„Als im 19. Jahrhundert die Wirtschaft weitgehend über das Bruttosozialprodukt definiert wurde, klammerte man die unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit einfach aus. Darüber muss nachgedacht werden, auch weil heute wie gestern diese gesellschaftlich unabdingbare Arbeit vornehmlich von Frauen geleistet wird.“

Veronika Henschel

Soziologin, tätig in der kirchlichen Jugendarbeit, Basel/CH

„Ich wünsche mir buen vivir. Dafür muss zurück in unsere Mitte, was wirklich wichtig ist und um was es in der Ökonomie nach Definition eigentlich geht: die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, also Care. Um das zu erreichen, brauchen wir WiC: zur Vernetzung, für Denkanstösse, fürs permanente Dranbleiben, für Verbündetenschaft, fürs gemeinsame Lachen in allem Kämpfen, fürs wirksam werden und Handlungsfelder erkunden und und und.“

Gert Scobel

Journalist und Autor

„Unsere Gesellschaft hat sich leider daran gewöhnt, alle Arbeit im Dunkel zu lassen, die die Grundpfeiler der Gesellschaft am Leben erhält. Es wird Zeit, die verkannten Leistungsträger:innen und ihre Arbeit ins Licht zu rücken und ihre meist prekären und befristeten Arbeitsbedingungen zu verändern.“

Barbara Zibell

Dr. sc. techn. Raumplanerin, Universitätsprofessorin a.D.

„Was nicht gedacht wird, kann nicht entstehen. WiC ist gut, weil es dazu inspiriert, Wirtschaft von Grund auf neu zu denken und ihr den Sinn zurück zu geben.“

 

Simone Curau-Aepli

Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF)

„Die Bewertung von Arbeit ist ein enormer kultureller und ökonomischer Stolperstein, vor allem für Frauen. So höre ich immer noch Sätze wie diesen: „Ich arbeite nicht (viel), ich bin vor allem zuhause.“ Nicht nur die Ökonom*innen leben also mit einem verdrehten Weltbild. Es verlangt von uns allen neues Denken und Handeln. WiC bietet dazu wichtige Grundlagen und konkrete Handlungsansätze.“

Mattea Meyer

Nationalrätin und Co-Präsidentin SP Schweiz

„Waschen, kochen, aufräumen, Geschichten vorlesen, zuhören, Tränen trocknen: Das ist Wirtschaft. Diese Sorge- und Pflegearbeit ermöglicht überhaupt das Wirtschaften in Banken, Büros und Fabriken.“

Maria Katharina Moser

Pfrn. Dr.in, Direktorin der Diakonie Österreich

„Die Botschaft von WiC  ist zentral für Organisationen der freien Wohlfahrt wie die Diakonie. Care-Arbeit gehört in den Wirtschaftsteil der Zeitung! Denn soziale Investitionen lohnen sich: Sie stiften Solidarität und stabilisieren das Gemeinwesen. In der Wirtschaftskrise 2008/09 ist die Beschäftigung etwa in der Autoindustrie und im Baugewerbe gesunken – im sozialen Sektor ist sie gestiegen, EU-weit um 16%.“

Lena Eckert & Sarah Czerney

Autor*innen von „Mutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie“

„Dass wir uns um andere kümmern ist die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft – ohne Care können wir schlicht nicht leben. Deshalb ist die Initiative Wirtschaft ist Care von fundamentaler Bedeutung, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass menschliche Zukunft nur gesichert ist, wenn wir Fürsorge als zentrales Prinzip unseres Lebens erkennen!“

Roman Ambühl

Theologe & SINNsorger

„Der Ansatz von WiC hilft mir, einen ganzheitlichen Blick auf die Welt und unser Miteinander zu pflegen. Der Mensch wird als eingebundenes Beziehungswesen mit Bedürfnissen gesehen, das in diesem Rahmen dennoch frei die Welt gestalten kann und soll.“

Daniela Sommer

Dr., Landesvorstand der VdK Hessen-Thüringen & Landesvertreterin der Frauen

„Frauen kümmern sich anderthalb Stunden mehr um Familie und Haushalt pro Tag. Das bedeutet eine Doppelt- und Dreifachbelastung, die häufig dazu führt, dass Frauen ihre Arbeitszeit verringern und schlechter bezahlte Teilzeitjobs annehmen müssen. Für einen hohen Preis bei Lebensstandard und Lebensqualität, bei den Karrierechancen und bei ihrer Altersabsicherung. Neben einem generellen gesellschaftlichen Umdenken brauchen wir andere Rahmenbedingungen, damit die Bereitschaft, für das Wohl anderer Menschen da zu sein, nicht zu einer Armutsfalle wird.“