„Keine menschliche Produktion ist möglich, ohne dass die Natur schon produziert hat, und keine Erwerbsarbeit ist möglich ohne vorher geleistete Sorgearbeit.“
(Adelheid Biesecker in: Vorsorgendes Wirtschaften. Zum Verhältnis von Zeit- und Güterswohlstand aus der Geschlechterperspektive. 9 Thesen)

„Die Wirtschaftslehre ist … die Muttersprache der öffentlichen Ordnung, die Sprache des öffentlichen Lebens und die Geisteshaltung, welche die Gesellschaft formt. … Wie wäre es, wenn wir nicht die etablierten, althergebrachten Theorien an den Anfang der Ökonomie stellen, sondern stattdessen die langfristigen Ziele der Menschheit, und versuchten, ein ökonomisches Denken zu entwickeln, das uns in die Lage versetzt, diese Ziele zu erreichen?“
(Kate Raworth, Die Donut Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört, München 2018, 15, 19)

„Actually I’d even propose we replace ‚production‘ and ‚consumption‘ with ‚caring‘ and ‚freedom‘ — caring is any action ultimately directed towards maintaining or increasing another person, or other people’s freedom, just as mothers take care of children not just so they are healthy and grow and thrive, but most immediately, so they can play, which is the ultimate expression of freedom.“ (David Graeber, Imagining A World With No Bullshit Jobs, Roar, 7th of August 2018)

„Economies around the world have, increasingly, become vast engines for producing nonsense.“ (David Graeber, Bullshit Jobs. A Theory, New York 2018, 146)

„Die Gesellschaft kommt nicht um die Frage herum, wie sie die gesellschaftlich notwendige Arbeit bezahlen will.“
(Mascha Madörin, in: Fair unterwegs vom 05. Oktober 2016)

„Wenn jemand den Satz „Wirtschaft ist Care“ nicht versteht oder ihn abwegig oder zu radikal findet, frag‘ einfach zurück: Was soll Wirtschaft denn sonst sein?“
(Ina Praetorius am 23. September 2018 auf Facebook)

„(Wir) müssen Sorge ins Zentrum einer Gesellschaftsveränderung stellen und die notwendigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen, die für gelingende Sorgebeziehungen notwendig sind, allen Menschen zur Verfügung stellen. Dafür benötigen wir einen grundlegenden Perspektivenwechsel, eine Care Revolution. Sie stellt nicht Profitmaximierung, sondern konsequent menschliche Bedürfnisse, insbesondere Sorge für sich und andere, ins Zentrum politischen Handelns.“
(Gabriele Winker, in: Care-Revolutionieren mit Grundeinkommen?, Berlin 2018, 20)

We can start with something simple: changing the conversation about economics… A first step in expanding the conversation about economics is simply to include the word ‚caring‘. This may seem like a small thing. But it’s an important step toward a new economics that gives visibility and value to what really makes us happy and healthy, and in the bargain leads to economic prosperity and ecological sustainability…“
(Riane Eisler, The Real Wealth of Nations, San Francisco 2007, 229)

„Volkswirtschaftlich gesehen übertrifft der zeitliche Umfang der Haus- und Sorgearbeit bei Weitem den der Erwerbsarbeit. Obwohl Haus- und Sorgearbeit für das Leben der Menschen fundamental sind, sind sie deutlich geringer bewertet als produzierende Tätigkeiten, nicht nur finanziell. Sie bedürfen dringend der gesellschaftlichen Aufwertung.“
(Denkschrift „Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt“ der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2015, 106)

„…We don’t truly believe in free-market medicine. We know that in an empathetic and caring society, life is valued above all else, especially when the life in question is in the most helpless condition possible. Deep down inside, we all intuitively know that health care is not a free market, or else society would not allow me to routinely care for people when they are in no position to make decisions for themselves.“
(Farzon A. Nahvi, Don’t Leave Health Care to a Free Market, in: The New York Times July 10, 2017)

„The purpose of studying economics is not to acquire a set of ready-made answers to economic questions, but to learn how to avoid being deceived by economists.“
(Joan V. Robinson, in: „Contributions to Modern Economics, 1978, Chapter 7)

„Dass die hartnäckige und scheinbar un(auf)lösbare Problematik der unterbezahlten Erwerbsarbeit und unbezahlten Haus- und Sorgearbeit … von den Nutzniessenden nicht infrage gestellt wird, ist evident. Aber wieso sie von den meisten Ausge- und Benutzten schicksalsartig hingenommen wird und nicht zu zündendem Begehren nach Veränderungen führt, ist ein grosses Rätsel“
(Birge Krondorfer, in: aep informationen 3/2017, 2)

„Yes, we must speak out against corruption and the concentration of wealth in the hands of the few. Yes, we must decry the insanity of policies that enable the destruction of the natural world. Yes, we must be opposed to the cruel gutting of supports for women and children who make up the majority of the poor, and the poorest of the poor… AND we must be clear on what we are FOR. We must be able to assert a positive, integrated vision for the humane, sustainable society we know in our bones is not only possible, but necessary.“
(Riane Eisler and Ann Amberg, 09/12/2017, http://caringeconomy.org/caringrevolution/)

„Ich vermute einmal, dass Sie den Begriff ‚Care-Economy‘ beziehungsweise ‚Sorge- oder Fürsorgearbeit‘ noch nie gehört haben. Seltsam ist das nur insofern, als wir alle fundamental davon betroffen sind. Sie werden … sehen, dass dieses Nichtwissen über die Zusammenhänge zwischen Ökonomie, Geschlecht, Hausarbeit, Gesellschaft und menschlicher Fürsorge kein Zufall, sondern tief im System verwurzelt sind.“ (Gert Scobel in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“, 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minuten 00.52-01.00)

„Sorgearbeit ist eigentlich vermischtes Tun.“ (Uta Meier-Graewe, in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“, 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minuten 09.21-09.23)

„Die traditionelle Ökonomie, zumindest … in den letzten fünfzig Jahren, ist sehr stark an den Geldströmen orientiert und hat … im Blick, was da letztendlich an Produktion passiert, die man auch verkaufen kann. Das ist aber natürlich völlig verkürzt. … Es wird sozusagen nur derjenige bezahlt, der den Apfel vom Baum nimmt, und es werden nicht diejenigen bezahlt, die den Apfelbaum über Jahre gewässert, … gepflegt…, dafür gesorgt haben, dass er gedeihen kann.“ (Bernhard Emunds in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“, 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minuten 10.07-10.40)

„Da ist ein unglaublicher Druck, Zeit zu haben, … die wir aber brauchen, denn unsere Gesellschaft lebt sonst von der Substanz… Sorgearbeit stellt … unsere Handlungsfähigkeit auf Dauer sicher…: unsere Fähigkeit, erwerbstätig zu sein, kreativ zu sein, uns politisch zu engagieren… Wenn die Sorgearbeit eingeschränkt wird, wenn sie nicht gut geschehen kann, dann haben wir…ein grosses Problem. (Bernhard Emunds, in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“ 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minuten 14.15-14.40)

„Wir müssen sagen, dass wirtschaftliches Handeln schon mit dem Gebären von Kindern und ihrem Aufziehen entsteht, mit der täglichen Arbeit des Alltags… Unternehmen können ohne den Rückgriff auf die Sorgearbeit … ihren Job nicht machen. Das wäre wichtig auch in wirtschaftlichen Modellen, diese Sorgearbeit … mit abzubilden.“ (Uta Meier-Gräwe, in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“, 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minute 15.20-15.52)

„Wir müssen uns … als alternde Gesellschaft … die Frage stellen: Wie wollen wie diese Sorgearbeit verberuflicht erledigen, wer soll das machen? Wir befinden uns da noch auf einem Pfad der Billigdienstleistungsökonomie … mit integriertem Armutsrisiko… Wir haben ja eine ganz veritable Versorgungslücke von der Wiege bis zur Bahre… “ (Uta Meier-Gräwe, in: „Geschäfte mit der Hausarbeit“, 3sat Sendung vom 26. April 2018, Minuten 29.48-30.52)

„Gute Sorgearbeit für alle kann nur gewährleistet werden, wenn sie ausserhalb der Marktbeziehungen stattfindet und wenn diejenigen, die sie leisten, sich ökonomisch und sozial freiwillig dafür oder dagegen entscheiden können.“
(Werner Rätz, in: Care-Revolutionieren mit Grundeinkommen?, Berlin 2018, 14)

„Die Sorgearbeit, auch die unbezahlte, müsste endlich als selbstverständlicher Teil der Ökonomie betrachtet werden. Das heisst, sie muss auch in volkswirtschaftliche Kalkulationen einbezogen werden, sonst sind alle Rechnungen falsch… Wir müssen Sorgearbeit als gesellschaftliche Aufgabe ansehen und nicht glauben, dass sie sich innerhalb von Familien irgendwie mysteriöserweise von selbst erledigt.“
(Antje Schrupp, in: Care-Revolutionieren mit Grundeinkommen?, Berlin 2018, 17)